Was heute im Hahn kommt
Schweizer Super 95 ist in der Regel E5: bis fünf Prozent Ethanol. Super Plus (98) ist oft die ruhigere Wahl für ältere Motoren, weil die Klopffestigkeit höher und der Ethanolanteil häufig niedriger oder zumindest nicht höher liegt. E10 – bis zehn Prozent Ethanol – ist in der Schweiz nicht der Alltagssaft, begegnet dir aber im benachbarten Ausland.
Ethanol bindet Wasser, greift manche historischen Dichtungen und Schwimmer an und altert im Tank. Das ist der Grund, warum Stillstand und Import-Tanken zwei getrennte Risiken sind.
Vergaser und Einspritzung
Vergaser verzeihen eine schlecht sitzende Dichtung nicht: undichte Schwimmernadeln, verharzte Düsen, weiche Schwimmer. Nach dem Winter ist die erste Arbeit oft die Reinigung, nicht die «Einstellung». Einspritzanlagen (K-Jetronic und verwandte Systeme) leiden an gummierten Druckspeichern und undichten Mengenteilern – ebenfalls Standschäden, nicht Fahrschäden.
Wer einlagert: Tank voll (weniger Luft, weniger Kondensat), Auto vor der Pause noch warm gefahren, im Frühling den ersten Tank bewusst verbrauchen. Details zur Pause stehen unter Einlagerung.
Zusätze gegen Alterung gibt es. Sie ersetzen weder frischen Kraftstoff noch dichte Leitungen. Bei sehr langen Pausen ist Leertank plus Konservierung eine Werkstattentscheidung, keine Hausmittel-Religion.
Blei
Verbleites Benzin gibt es im freien Verkehr nicht mehr. Für Motoren mit ungehärteten Ventilsitzen bieten Hersteller und Fachhandel Bleiersatz an. Der ADAC berichtet über lange Beobachtung keine nachgewiesenen Motorschäden allein durch fehlendes Blei; wer ganz sicher gehen will, lässt bei der nächsten Kopfüberholung gehärtete Sitze einsetzen und hält das Ventilspiel enger.
Hoch verdichtete Sportmotoren und sehr frühe Köpfe sind die Gruppe, bei der sich die Rückfrage an eine markenkundige Garage lohnt – nicht jeder Vierzylinder der 1970er.
Diesel
Alter Diesel verkeimt und paraffinisiert in der Kälte. Standzeit plus Halbvoll-Tank ist die unglückliche Kombination. Filter und Wasserabscheider vor der Saison kontrollieren. Biodieselanteile (B7) sind im Schweizer Diesel üblich; sehr alte Einspritzpumpen mögen das unterschiedlich.
Keine Experimente an der Prüfung
Abgasrelevante Änderungen (anderer Vergaser, entfernte Nachbehandlung, offene Krümmer) gehören zur Eintragung, nicht in den «besseren Sound». An der MFK zählt, was im Ausweis steht.