ClassicGuide

Rost erkennen

Technik und Pflege

Wie du tragenden Rost von Oberflächenrost unterscheidest, welche Zonen quer durch die Baureihen kritisch sind und warum frischer Unterbodenschutz misstrauisch macht.

Rost ist der teuerste Posten

Technik lässt sich revidieren. Tragendes Blech in Schweller, Boden und Aufnahmen kostet ein Vielfaches des Kaufpreises, sobald geschweisst, gerichtet und lackiert werden muss. Deshalb beginnt jede Besichtigung am Blech – mit Taschenlampe, Magnet und, wenn möglich, Lackschichtdickenmesser.

Die modellspezifischen Stellen stehen in der Kaufberatung. Hier geht es um das, was bei fast jedem Klassiker gilt.

Oberfläche gegen Tragwerk

Oberflächenrost auf einem ungeschützten Unterboden oder an einer Auspuffschelle ist Arbeit, oft kein Drama. Tragender Rost an Schweller, Längsträger, Federaufnahme, Dom oder Bodenblech ist ein Projekt. Die MFK unterscheidet genau so: durchgerostete tragende Teile fallen durch.

Unterscheiden hilfreich:

Die Zonen, die fast immer zählen

Teppiche anheben. Modergeruch beim Öffnen der Tür ist ein Hinweis auf Nass im Boden, nicht auf «Standgeruch».

Frischer Unterbodenschutz

Frisch, dick, schwarz, noch weich: Das kann Pflege sein oder Abdeckung. Beides sieht gleich aus. An den Kanten und an Stellen, die der Verkäufer nicht erwartet (Innenschweller, hinter den Verkleidungen), zeigt sich die Wahrheit. Ein Auto, das «gerade unterbodengeschützt» wurde und sonst keine Historie hat, behandelst du wie ungeschützt plus eine Schicht, die du nicht sehen kannst.

Nach der Diagnose

Kleine, trockene Stellen an nicht tragenden Teilen: Preisabzug und ein Plan. Tragende Durchrostung: entweder einbewusstes Projekt mit Budget oder Absage. Die Checkliste hat die Punkte; ein Gutachten mit Hebebühne ist bei teuren Autos günstiger als ein übersehenes Längsträgerloch.

Wer schweissen lässt: nur in einer Blech-kompetenten Garage, mit Fotos und – wo die Struktur betroffen ist – mit Blick auf die nächste MFK und den Veteranenstatus.