ClassicGuide

Alfa Romeo Spider Tipo 105/115 (Duetto bis Serie 4)

1966–1993

Kaufberatung für den Alfa Romeo Spider Tipo 105/115 (1966–1993): Duetto, Serie 2 Fastback, Serie 3 Aerodinamica und Serie 4 im Vergleich, die kritischen Roststellen an Schwellern, Bodenblechen und Verdeckkasten, der Doppelnocker-Motor und die Spica-Einspritzung der US-Reimporte sowie Wert-Einschätzungen in Franken nach Zustandsnote – gute Exemplare kosten je nach Serie rund 20'000 bis 58'000 Franken.

Hellgelber Alfa Romeo Spider vor einer Natursteinmauer

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
Duetto/Rundheck 1600 (1966–1969)68'000–82'00045'000–58'00028'000–36'00015'000–21'0007'000–11'000
Serie 2 Fastback/Coda Tronca (1970–1982)42'000–52'00027'000–34'00017'000–22'0009'000–13'0004'000–6'500
Serie 3 Aerodinamica (1983–1989)32'000–40'00020'000–26'00013'000–17'0007'000–10'0003'000–5'000
Serie 4 (1990–1993)36'000–44'00023'000–29'00015'000–19'0008'000–11'0003'500–5'500

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+134.1 %

20102026: CHF 22'000 → CHF 51'500 (Jahresdurchschnitt)

22'00038'00054'000201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim Spider entscheiden Rostfreiheit von Schwellern, Bodenblechen und Verdeckkasten, die Frage Europa-Auslieferung oder US-Reimport (Spica-Einspritzung, Umbauzustand) sowie Originalität und Historie über deutliche Auf- oder Abschläge. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich berichteten Classic-Data-Marktwert-Punkten (2011, 2016, 2020, Hoch 2023/24, 2026) und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der Spider legte im Boom 2013–2016 kräftig zu, bewegte sich danach seitwärts und stieg ab 2020 erneut bis zum Hoch 2023/24; seither geben die Preise leicht nach. Der Duetto führt das Feld klar an; Serie 3 bleibt der günstigste Einstieg. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Der Alfa Romeo Spider ist mit 27 Jahren Bauzeit (1966–1993) einer der langlebigsten Roadster überhaupt – vom Pininfarina-gezeichneten Duetto mit Rundheck bis zur Serie 4 blieb die Basis Tipo 105/115 im Kern dieselbe: Monocoque-Karosserie, Doppelnockenwellen-Vierzylinder, Fünfganggetriebe und Scheibenbremsen rundum. Das war 1966 aussergewöhnlich modern und macht den Spider bis heute zu einem der fahraktivsten Klassiker seiner Preisklasse. Die Kaufentscheidung fällt trotzdem nicht am Motor, sondern am Blech: Der Spider rostet an Schwellern, Bodenblechen und im Verdeckkasten von innen nach aussen – ein glänzender Lack sagt nichts über die Substanz.

Die Kurzempfehlung: Die Serie 2 (Fastback/Coda Tronca) ist der beste Kompromiss aus klassischer Linie, Alltagstauglichkeit und Preis. Sammler greifen zum Duetto, dessen Rundheck-Karosserie die teuerste und gesuchteste Variante ist. Die Serie 4 bietet mit Einspritzung, Servolenkung und bestem Korrosionsschutz den unkompliziertesten Einstieg. Wichtiger als die Serie ist die Substanz: lieber eine grundehrliche Serie 3 als ein aufgehübschter Duetto mit faulen Schwellern.

Varianten und Bauzeit

Alle Serien teilen sich Bodengruppe und Doppelnocker-Motor. Handschalter sind Standard; die seltene Automatik der Serie 4 ist am Markt kein Mehrwert. US-Versionen (ab 1969 mit Spica-Einspritzung, später Bosch) prägen das Reimport-Angebot.

Karosserie: Schweller, Bodenbleche, Verdeckkasten

Die selbsttragende Karosserie des Spider ist steif, aber ihre Hohlräume halten Feuchtigkeit fest. Kosmetik ist beherrschbar, Strukturrost nicht:

Technik: Doppelnocker, Spica, Getriebe

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den Spider gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den Spider kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den Tipo 105/115 gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – Schweller, Bodenbleche und Wagenheberaufnahmen sind das halbe Auto.
  2. Verdeck öffnen und den Verdeckkasten ausleuchten: Die klassische verdeckte Roststelle entscheidet über teure Folgeschäden.
  3. Motor kalt starten: Kettenrasseln und blauer Rauch beim Gaswegnehmen sind teure Warnsignale, Ölverbrauch erfragen.
  4. Zweiten Gang warm und kalt zügig schalten – kratzende Synchronringe bedeuten Getrieberevision.
  5. Bei US-Reimporten die Spica-Frage klären (original, revidiert oder auf Vergaser umgebaut?) und Verzollungs- sowie Umbaudokumente einsehen.
  6. Magnet oder Schichtdickenmesser gegen Spachtel-Kosmetik mitnehmen und Fahrgestell-, Motornummer und Farbcode gegen die Papiere abgleichen.

Ein Spider, der diese Punkte besteht, ist einer der fahraktivsten und alltagstauglichsten Klassiker seiner Preisklasse – ein Roadster, dessen Doppelnocker-Musik und direkte Lenkung auch nach über 50 Jahren nichts von ihrem Reiz verloren haben.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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