ClassicGuide

Citroën 2CV 2CV6

1970–1990

Kaufberatung für den Citroën 2CV6 (1970–1990): Spécial, Club und Charleston im Vergleich, das entscheidende Rahmen-Thema mit Original- und Galva-Nachbaurahmen, Bodenbleche, der 602-ccm-Zweizylinder-Boxer sowie Wert-Einschätzungen in Franken nach Zustandsnote – gute Exemplare kosten je nach Variante rund 10'000 bis 18'000 Franken.

Orange-beiger Citroën 2CV am Strassenrand vor einem Lokal

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
2CV6 Spécial (1975–1990)18'000–22'00010'000–13'0006'500–8'5003'500–5'0001'500–2'500
2CV6 / 2CV6 Club (1970–1990)19'000–24'00011'000–14'0007'000–9'0004'000–5'5001'500–2'500
2CV6 Charleston (1980–1990)24'000–30'00014'000–18'0009'000–12'0005'000–7'0002'000–3'500
Sondermodelle (Dolly, Spot, France 3 u.a.)22'000–27'00013'000–16'0008'000–11'0004'500–6'5002'000–3'000

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+91.7 %

20102026: CHF 6'000 → CHF 11'500 (Jahresdurchschnitt)

6'0009'00012'000201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim 2CV6 entscheiden der Zustand des Rahmens (Original, sauber sanierter Nachbau oder Pfusch), die Qualität der Blecharbeiten und die Originalität über deutliche Auf- oder Abschläge. Frühe Autos mit Erstlack und belegter Historie liegen über diesen Spannen. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich berichteten Classic-Data-Marktwert-Punkten (2011, 2016, 2020, Hoch 2023/24, 2026) und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der 2CV6 legte im Boom 2013–2016 moderat zu, bewegte sich danach seitwärts und stieg ab 2020 erneut bis zum Hoch 2023/24; seither geben die Preise leicht nach. Charleston und gesuchte Sondermodelle führen das Feld an. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Die «Ente» ist das wohl sympathischste Einsteigerauto der Klassiker-Welt: simpel, leicht, mit einer Ersatzteilversorgung, die praktisch jedes Teil neu liefert. Der 2CV6 mit dem 602-ccm-Zweizylinder-Boxer (ab 1970) ist die alltagstauglichste und meistangebotene Ausbaustufe. Die Kaufentscheidung fällt aber nicht am Motor – der ist fast unzerstörbar –, sondern am Rahmen: Der originale Plattformrahmen rostet von innen durch, und ein grosser Teil der überlebenden Autos fährt heute auf einem Nachbau- oder verzinkten Galva-Rahmen. Entscheidend sind Qualität und Dokumentation dieses Tauschs – und darüber, ob die Blecharbeiten an Bodenblechen und Schwellern seriös oder nur kosmetisch gemacht wurden. Kaum eine Baureihe wurde so oft billig «aufgehübscht» wie der 2CV.

Die Kurzempfehlung: Ein 2CV6 Club oder Spécial der 1980er-Jahre mit dokumentiertem Galva-Rahmen oder nachweislich gesundem Originalrahmen ist der vernünftigste Einstieg – Scheibenbremsen vorn (ab 1981), beste Teilelage, ehrliche Technik. Der Charleston ist die gesuchteste Serienvariante und entsprechend bepreist. Wichtiger als die Ausstattungslinie ist die Substanz: lieber ein grundehrlicher Spécial als ein glänzender Charleston mit faulem Rahmen.

Varianten und Bauzeit

Die französische Produktion endete im Februar 1988 in Levallois; bis Juli 1990 lief der 2CV6 im portugiesischen Mangualde weiter. Späte portugiesische Autos gelten als etwas schlechter verarbeitet – pauschal abwerten muss man sie nicht, der Einzelzustand zählt.

Karosserie und Rahmen: hier fällt die Entscheidung

Der 2CV trägt eine leichte, geschraubte Karosserie auf einem Plattformrahmen – reparaturfreundlich, aber voller Pfusch-Potenzial:

Technik: 602er-Boxer, Federtöpfe, innenliegende Bremsen

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den 2CV6 gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den 2CV6 kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den 2CV6 gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – der Rahmen ist das halbe Auto und von oben unsichtbar.
  2. Rahmenfrage klären: Original, Markennachbau oder Billigrahmen? Rechnung und MFK-Eintragung des Tauschs einsehen.
  3. Gummimatten und Teppiche anheben: Bodenbleche und Pedalboden verraten mehr als jeder Hochglanzlack.
  4. Motor kalt starten, Zündung und Durchzug auf der Probefahrt testen, Ölverlust einordnen.
  5. Achsschenkelbolzen auf Spiel prüfen und Abschmier-Historie erfragen; bei Autos ab 1981 die LHM-Bremsanlage und ihre Wartung kontrollieren.
  6. Originalität gegen Preisfantasie abwägen: Charleston- und Sondermodell-Aufpreise nur für belegte Originale zahlen.

Ein 2CV6, der diese Punkte besteht, ist einer der günstigsten und charmantesten Wege in die Klassiker-Welt – ein Auto, das mit Werkzeugkiste und Clubwissen praktisch ewig fährt.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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