ClassicGuide

Jaguar E-Type Serie 1–3

1961–1974

Kaufberatung für den Jaguar E-Type Serie 1 bis 3 (1961–1974): 3.8 und 4.2 Sechszylinder, Serie 2 und V12 im Vergleich, die kritischen Punkte an Schwellern, Bodenblechen und Motorrahmen, Moss-Getriebe, Kühlung und Originalität – gute Exemplare kosten je nach Variante rund 72'000 bis 160'000 Franken.

Roter Jaguar E-Type Serie 3 Coupé auf Drahtspeichenrädern in einer Halle

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
Serie 1 3.8 FHC (1961–1964)165'000–200'000115'000–145'00075'000–95'00045'000–60'00025'000–35'000
Serie 1 4.2 Roadster (1964–1968)180'000–220'000130'000–160'00085'000–105'00050'000–65'00028'000–38'000
Serie 2 Coupé & Roadster (1968–1971)105'000–130'00072'000–98'00048'000–62'00028'000–38'00015'000–22'000
Serie 3 V12 Roadster (1971–1974)120'000–145'00085'000–105'00055'000–70'00032'000–42'00016'000–24'000

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+109.7 %

20102026: CHF 62'000 → CHF 130'000 (Jahresdurchschnitt)

62'000101'000140'000201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim E-Type entscheiden die Substanz des Monocoques (Schweller, Bodenbleche, Motorrahmen), Matching Numbers mit Heritage Certificate sowie die Frage Original-Roadster oder Umbau über deutliche Auf- oder Abschläge. Frühe Serie-1-Details (Flat Floor, aussenliegende Haubenverschlüsse) und dokumentierte Erstauslieferungen liegen über den Spannen. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich berichteten Classic-Data-Marktwert-Punkten (2011, 2016, 2020, Hoch 2023/24, 2026) und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der E-Type legte im Boom 2013–2016 kräftig zu – die Serie 1 am stärksten –, bewegte sich danach seitwärts, zog ab 2020 wieder an und erreichte 2023/24 ein Hoch; seither geben die Preise leicht nach. Frühe Serie-1-Details und dokumentierte Historie liegen über der Kurve. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Der E-Type feierte seine Weltpremiere 1961 am Genfer Autosalon – kaum ein Klassiker hat einen engeren Bezug zur Schweiz. Bis 1974 entstanden gut 72'000 Exemplare in drei Serien: Serie 1 mit 3.8- und 4.2-Liter-Sechszylinder, die behutsam modernisierte Serie 2 und die Serie 3 mit dem 5.3-Liter-V12. Technisch ist der E-Type ein Monocoque mit vorgeschraubtem Vierkantrohr-Rahmen für Motor und Vorderachse – und genau dort fällt die Kaufentscheidung: Schweller, Bodenbleche und Motorrahmen tragen das Auto. Glanzlack über müder Substanz ist beim E-Type häufiger als umgekehrt, denn viele Autos wurden in den Boomjahren schnell und oberflächlich restauriert.

Die Kurzempfehlung: Der Serie-1-4.2-Roadster ist das Ideal aus Optik, Fahrbarkeit und Wertstabilität – vollsynchronisiertes Getriebe, bessere Sitze und Bremsen als beim 3.8, aber noch die reine Form mit abgedeckten Scheinwerfern. Wer fahren statt sammeln will, findet in der Serie 2 das unterschätzte Preis-Leistungs-Paket: gleiche Optik aus zwei Metern Abstand, bessere Kühlung und Bremsen, deutlich tieferer Einstieg. Der V12 der Serie 3 ist der souveräne Gleiter unter den E-Types; das Serie-3-Coupé und die 2+2-Varianten sind der günstigste Weg in einen E-Type überhaupt. Wichtiger als die Serie ist die Substanz: lieber eine kerngesunde Serie 2 als eine zusammengeflickte Serie 1.

Varianten und Bauzeit

Vorsicht bei allem, was sich «Lightweight», «Semi-Lightweight» oder «Low Drag» nennt: Die originalen Werks-Lightweights sind Millionenobjekte mit lückenlos dokumentierter Historie. Was am Markt auftaucht, sind fast immer Repliken oder Umbauten – als solche legitim, aber nie zum Originalpreis. Bei Zweifeln an einer Fahrgestellnummer hilft der Jaguar Daimler Heritage Trust.

Karosserie: das Monocoque trägt

Der E-Type besteht aus einer selbsttragenden Zelle («tub») mit einem vorgeschraubten Gitterrahmen aus Vierkantrohren, der Motor und Vorderachse aufnimmt. Rost ist hier nicht Kosmetik, sondern Statik:

Technik: XK-Sechszylinder, V12, Moss-Getriebe, IRS

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den E-Type gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den E-Type kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den E-Type gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – Schweller, Bodenbleche, Motorrahmen und IRS-Käfig entscheiden über den Wert, nicht der Lack.
  2. Haubenpassform als Schnelltest: ungleiche Spalten verraten Unfall, verzogene Rahmen oder billige Blecharbeit.
  3. Motor kalt starten und im Stand warmlaufen lassen: Öldruck, Kühlverhalten und (beim V12) sauberer Warmstart sind die teuersten Positionen.
  4. Heritage Certificate einfordern und alle Nummern am Auto selbst abgleichen – auch die Karosserienummer, gerade bei Roadstern.
  5. Bei Serie-1-Preisen die Details verifizieren: Flat Floor, aussenliegende Haubenverschlüsse und frühe Nummern rechtfertigen Aufpreise nur, wenn sie belegt sind.
  6. Restaurierungsdossier lesen statt blättern: Fotos der Blecharbeiten mit offener Struktur sind mehr wert als jede Hochglanz-Mappe.

Ein E-Type, der diese Punkte besteht, ist einer der grossen Klassiker überhaupt – und einer der wenigen, bei denen der Mythos auch nach 65 Jahren jeden Kilometer einlöst.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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