ClassicGuide

Triumph Spitfire Mk I – 1500

1962–1980

Kaufberatung für den Triumph Spitfire (1962–1980): Mk I/II, Mk III, Mk IV und 1500 im Vergleich, der Zentralrohrrahmen mit seinen rostkritischen Outriggern als entscheidendes Kaufkriterium, Kurbelwellen-Axiallager, Trunnions und Pendelachse sowie Wert-Einschätzungen in Franken nach Zustandsnote – gute Exemplare kosten je nach Variante rund 13'000 bis 26'000 Franken.

Roter Triumph Spitfire 1500 mit offenem Verdeck am Strassenrand

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
Spitfire Mk I / Mk II (1962–1967)30'000–36'00021'000–26'00013'000–17'0007'000–10'0003'000–5'000
Spitfire Mk III (1967–1970)24'000–29'00016'000–20'00010'000–13'0005'500–8'0002'500–4'000
Spitfire Mk IV (1970–1974)20'000–24'00013'000–16'0008'000–11'0004'500–6'5002'000–3'500
Spitfire 1500 (1974–1980)21'000–25'00014'000–17'0009'000–12'0005'000–7'0002'000–3'500

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+123.8 %

20102026: CHF 10'500 → CHF 23'500 (Jahresdurchschnitt)

10'50017'00023'500201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim Spitfire entscheiden der Zustand von Rahmen und Outriggern, die Qualität einer allfälligen Restaurierung sowie Originalität (Motor, Vergaser, Stossstangen) über deutliche Auf- oder Abschläge; Overdrive und Hardtop bringen spürbare Zuschläge. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich einsehbaren Inserate-Auswertungen für den Schweizer Markt (Classic-Trends-Mittelwerte 2021–2026), internationalen Preisführern (Hagerty) und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der Spitfire blieb im Boom 2013–2016 gemächlicher als die grossen Klassiker, zog dafür 2021–2025 spürbar an – am stärksten die frühen Mk I/II mit Michelotti-Chromlinie. Seit 2025 bewegt sich der Markt seitwärts. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Der Triumph Spitfire ist der zugänglichste britische Roadster seiner Ära: Von 1962 bis 1980 entstanden rund 314'000 Exemplare in fünf Serien, gezeichnet von Giovanni Michelotti auf der Technik des Triumph Herald. Das heisst: Zentralrohrrahmen mit aufgeschraubter Karosserie, komplett nach vorn klappende Front und eine Mechanik, die Du mit Grundwerkzeug selbst warten kannst. Die Ersatzteilversorgung ist hervorragend, die Clubszene gross, die Unterhaltskosten sind tief. Die Kaufentscheidung fällt trotzdem nicht am Motor, sondern am Rahmen: Verrottete Outrigger und angefressene Hauptträger machen aus dem günstigen Einstieg ein Restaurierungsprojekt, denn eine seriöse Rahmensanierung verlangt die Trennung von Karosserie und Chassis.

Die Kurzempfehlung: Der Spitfire 1500 ist die praktischste Wahl – am stärksten motorisiert, am komfortabelsten, am häufigsten angeboten und dank Swing-Spring-Hinterachse am gutmütigsten. Wer das ursprüngliche Michelotti-Design mit tiefer Chromstossstange sucht, zielt auf Mk I oder Mk II – die Sammlerstücke der Baureihe mit entsprechendem Preisniveau. Der Mk III ist der Kompromiss aus früher Linie und kräftigem 1296er-Motor, der Mk IV der günstigste Einstieg. Wichtiger als die Serie ist die Substanz: Lieber der beste Mk IV als ein 1500 mit geflicktem Rahmen. Wer ein festes Dach will, schaut sich beim GT6 um – dem Fastback-Ableger mit Sechszylinder, der bei uns als eigene Baureihe behandelt wird.

Varianten: Mk I bis 1500

Rahmen und Karosserie: Hier fällt die Kaufentscheidung

Der Spitfire trägt seine Karosserie auf einem Zentralrohrrahmen mit seitlichen Auslegern, den Outriggern. Genau dort sitzt das Risiko:

Technik: Axiallager, Trunnions, Pendelachse

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den Spitfire gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den Spitfire kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den Spitfire gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – Outrigger, Hauptträger und Schweller entscheiden über den Kauf, nicht der Lack.
  2. Axiallager-Test machen: Motor laufen lassen, Kupplung treten, Riemenscheibe auf Längsspiel beobachten – Wandern der Kurbelwelle heisst Motorrevision.
  3. Trunnion-Wartung belegen lassen (Getriebeöl, kein Fett) und das angehobene Vorderrad auf Spiel prüfen.
  4. Probefahrt mit Lastwechseln: Diff-Heulen, Kreuzgelenk-Klacken und das Verhalten der Hinterachse in schnellen Kurven bewusst erfahren.
  5. Klappfront öffnen, Spaltmasse und Scharnierböcke kontrollieren, Verdeck komplett auf- und zubauen – beim Mk I/II die Vollständigkeit der Verdeckgarnitur prüfen.
  6. Motornummer, Papiere und idealerweise Heritage-Certificate abgleichen; bei US-Reimporten Spezifikation und Rückrüstkosten einpreisen.

Ein Spitfire mit gesundem Rahmen ist einer der günstigsten und dankbarsten Wege in die Klassiker-Welt – leicht, ehrlich, mit Werkzeugkasten beherrschbar und offen für jede Feierabendrunde.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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