ClassicGuide

BMW 3er E30

1982–1994

Kaufberatung für den BMW 3er E30 (1982–1994): 316–318i Vierzylinder, 320i/325i Sechszylinder, Cabrio und Touring im Vergleich, die kritischen Roststellen an Radläufen, Schwellern und Wagenheberaufnahmen, Zahnriemen-Pflicht beim M20 sowie Wert-Einschätzungen in Franken nach Zustandsnote – gute Sechszylinder kosten rund 22'000 bis 28'000 Franken.

Weinrote BMW 3er Limousine (E30) vor einer Bergkulisse

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
316–318i Vierzylinder Limousine (1982–1994)20'000–26'00012'000–16'0007'500–10'0004'000–6'0001'500–3'000
320i / 325i Sechszylinder (1982–1991)34'000–42'00022'000–28'00013'000–17'0007'000–10'0003'000–5'000
Cabrio (1986–1993)36'000–45'00024'000–30'00014'000–19'0008'000–11'0003'500–5'500
Touring (1988–1994)26'000–32'00015'000–20'0009'000–12'0005'000–7'0002'000–3'500

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+366.7 %

20102026: CHF 3'000 → CHF 14'000 (Jahresdurchschnitt)

3'0009'50015'500201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim E30 entscheiden Rostfreiheit von Radläufen, Schwellern und Wagenheberaufnahmen, ein unverbasteltes, originales Auto mit belegter Historie sowie beim M20-Sechszylinder der dokumentierte Zahnriemenwechsel über deutliche Auf- oder Abschläge. Der M3 (S14) ist eine eigene Preisliga und hier nicht abgebildet. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich berichteten Classic-Data-Marktwert-Punkten (2011, 2016, 2020, Hoch 2023/24, 2026) und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der E30 startete als Youngtimer tief, legte ab etwa 2015 deutlich zu und erlebte ab 2020 einen starken Schub mit Hoch 2023/24; seither geben die Preise leicht nach. Sechszylinder und Cabrios führen das Feld an. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Der E30 ist der 3er, der BMW in der Kompaktklasse endgültig etablierte: über 2.3 Millionen Exemplare von 1982 bis 1994, als Limousine mit zwei und vier Türen, Cabrio und – erstmals bei BMW – als Touring. Technisch ist er robust und gut versorgt, die Teilelage ist hervorragend. Das Problem ist die Vergangenheit vieler Autos: Der E30 war zwei Jahrzehnte lang billiges Einstiegs- und Driftmaterial. Verbastelte, hart rangenommene Exemplare sind häufiger als ehrliche – und ein blitzender Lack sagt nichts über geschweisste Wagenheberaufnahmen oder einen überfälligen Zahnriemen.

Die Kurzempfehlung: Der 325i mit dem M20-Sechszylinder ist der Inbegriff des E30 – kräftig, klangvoll und am Markt am stärksten nachgefragt. Wer offen fahren will, findet im Cabrio das wertstabilste Karosseriekonzept; der seltene Touring hat eine treue Fangemeinde. Vierzylinder sind der günstige, ehrliche Einstieg. Der M3 mit dem S14-Vierventiler ist preislich eine komplett eigene Liga (sechsstellig) und wird hier nicht behandelt. Wichtiger als die Motorisierung ist die Substanz: lieber ein unverbastelter 318i mit Historie als ein zusammengeschusterter 325i.

Varianten und Bauzeit

Der M3 (1986–1991) mit dem S14-Hochdrehzahl-Vierzylinder und verbreiterter Karosserie ist als Homologationsmodell des Tourenwagensports preislich eine eigene Liga und braucht eine eigene Kaufberatung.

Karosserie: Rost an bekannten Stellen

Der E30 rostet nicht flächig, sondern an klar bekannten Punkten – die aber gerne kaschiert werden:

Technik: Zahnriemen-Pflicht und Nockenwellen

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den E30 gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den E30 kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den E30 gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – Wagenheberaufnahmen, Schweller und die Spuren harter Vorbesitzer sieht man nur von unten.
  2. Beim M20-Sechszylinder den Zahnriemen-Beleg verlangen: ohne Datum und Kilometerstand gilt der Wechsel als fällig und gehört in die Preisverhandlung.
  3. Magnet oder Schichtdickenmesser an Radläufe und Kotflügelkanten halten – kaum eine Stelle wird häufiger zugespachtelt.
  4. Motor kalt starten: Tickern beim M40 (Nockenwelle), Rasseln und unruhiger Warmlauf sind teure Warnsignale; Kühlwasser und Öldeckel auf Vermischung prüfen.
  5. Nach Tuning-Spuren suchen: Gewindefahrwerk, geschweisste Teile, verbastelte Elektrik, fehlende Originalteile – im Zweifel das nächste Auto anschauen.
  6. Serviceheft, Belege und Papiere gegen den Zustand abgleichen; bei Importen Verzollung und Historie plausibilisieren.

Ein E30, der diese Punkte besteht, ist einer der fahraktivsten und alltagstauglichsten Klassiker seiner Ära – ein handlicher Hecktriebler mit hervorragender Teileversorgung, der sich auch heute noch wie ein präzises Werkzeug fährt.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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