ClassicGuide

MG MGB Roadster & GT

1962–1980

Kaufberatung für den MG MGB (1962–1980): Roadster und GT, Chromstossstangen- und Gummipuffer-Modelle im Vergleich, die kritischen Roststellen an Schwellern, Castle Sections und Bodenblechen, B-Series-Motor, Overdrive und Kühlung sowie Wert-Einschätzungen in Franken nach Zustandsnote – gute Exemplare kosten je nach Variante rund 13'000 bis 28'000 Franken.

Roter MG MGB Roadster mit offenem Verdeck auf einer Wiese

Wert-Einschätzung in CHF

Nach Zustandsnote 1 (Topzustand) bis 5 (Restaurationsobjekt), Stand August 2026 Zustandsnoten erklärt

VarianteZustand 1Zustand 2Zustand 3Zustand 4Zustand 5
MGB Roadster Chromstossstange (1962–1974)33'000–40'00022'000–28'00014'000–19'0008'000–12'0003'000–5'000
MGB GT Chromstossstange (1965–1974)26'000–32'00017'000–22'00011'000–15'0006'000–9'0002'500–4'000
MGB Roadster Gummipuffer (1974–1980)24'000–30'00015'000–20'00010'000–14'0005'000–8'0002'000–3'500
MGB GT Gummipuffer (1974–1980)20'000–25'00013'000–17'0008'000–12'0004'000–7'0001'500–3'000

Wertverlauf seit 2010

Jahresdurchschnitt je Variante (Zustand 2), mit Veränderung im gewählten Zeitraum

+78.6 %

20102026: CHF 14'000 → CHF 25'000 (Jahresdurchschnitt)

14'00020'50026'500201020182026
Methodik und Datengrundlage

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich gelisteter Inserate und Auktionsergebnisse (u.a. Schweizer Marktplätze, Classic-Data-Niveau). Listing-Preise, regionale Schwankung ±10–20 %. Beim MGB entscheiden die Substanz der selbsttragenden Karosserie (Schweller, Castle Sections, Bodenbleche), Overdrive, Originalität und die Frage Chromstossstangen oder Gummipuffer über deutliche Auf- oder Abschläge. Heritage-Karosserien und Umbauten von Gummipuffer auf Chrom-Optik drücken den Sammlerwert gegenüber originalen Chrommodellen. Keine Anlage- oder Kaufempfehlung.

Wertverlauf: redaktionelle Schätzung je Variante (Zustand 2, Mitte der Spanne aus der Wert-Tabelle, Listing-Niveau). Trendverlauf rekonstruiert aus öffentlich berichteten Classic-Data-Marktwert-Punkten, Auktionsergebnissen und eigenen Marktbeobachtungen; Zwischenjahre interpoliert. Der MGB legte im Boom 2013–2016 moderat zu, bewegte sich danach seitwärts, zog ab 2020 wieder an und erreichte 2023/24 ein leichtes Hoch; seither geben die Preise leicht nach. Chrommodelle führen das Feld an, Gummipuffer-Autos folgen mit Abstand. Keine Anlageberatung.

Das Wichtigste in Kürze

Der MGB ist der meistgebaute britische Sportwagen des 20. Jahrhunderts: Von 1962 bis 1980 entstanden in Abingdon über eine halbe Million Exemplare – rund 387'000 Roadster und 125'000 GT-Coupés. Genau das macht ihn zum idealen Einstiegsklassiker: Die Technik ist simpel und in jeder Dorfgarage reparierbar, die Ersatzteilversorgung ist so gut wie bei keinem anderen Oldtimer – praktisch jedes Blech und jedes Verschleissteil gibt es neu, bis hin zu kompletten Heritage-Rohkarosserien. Die Kaufentscheidung fällt trotzdem nicht an der Technik, sondern an der Karosserie: Der MGB ist selbsttragend gebaut, seine Schweller sind Struktur. Ein Auto mit hübschem Lack und faulen Castle Sections ist ein Restaurierungsprojekt, kein Fahrzeug.

Die Kurzempfehlung: Der Chromstossstangen-Roadster (bis 1974) ist das Original, das alle wollen – er kostet am meisten und hält den Wert am besten. Der GT mit seinem Pininfarina-mitgestalteten Fastback-Dach ist der heimliche Tipp: gleiche Technik, mehr Alltagsnutzen, deutlich tieferer Preis. Gummipuffer-Modelle (ab Herbst 1974) sind der günstigste Einstieg und technisch genauso solide; wer sich an Optik und höherer Fahrwerkslage nicht stört, bekommt hier am meisten Auto fürs Geld. Wichtiger als die Variante ist die Substanz – und der Overdrive, ohne den Autobahnetappen zur Drehzahlorgie werden.

Varianten und Bauzeit

Ausserhalb dieser vier Kernvarianten gab es den MGB GT V8 (1973–1976, nur rund 2'600 Stück, ausschliesslich Rechtslenker) mit dem 3.5-Liter-Rover-V8 – ein rares Sammlerstück mit eigener Preisliga, das in der Schweiz kaum angeboten wird. Zum Produktionsende 1980 legte MG die Limited Edition auf (Roadster in Bronze, GT in Pewter-Metallic, zusammen rund 1'000 Stück) – nette Fussnote mit leichtem Sammleraufschlag, aber technisch ein normaler Gummipuffer-MGB. Verbreitet sind zudem Umbauten von Gummipuffer auf Chrom-Optik (Chromgrill, Chromstossstangen, Tieferlegung): fahrerisch eine Verbesserung, für Puristen aber kein Ersatz für ein echtes Chrommodell – der Umbau muss fachgerecht ausgeführt, dokumentiert und in der Schweiz eingetragen sein.

Karosserie: Die Schweller sind die Struktur

Der MGB war 1962 eines der ersten Sportwagen-Monocoques – was bedeutet: Rost ist hier nicht Kosmetik, sondern Statik. Dank British Motor Heritage gibt es seit 1988 jedes Reparaturblech und sogar komplette Rohkarosserien neu; entscheidend ist darum nicht, ob geschweisst wurde, sondern wie gut.

Technik: Simpel, robust, alles lieferbar

Ausstattung und Originalität

Schweiz-spezifisch

Grundlagen zu Veteranenstatus, MFK und Import stehen im Wissensbereich. Für den MGB gilt:

Worauf bei der Besichtigung achten

Die Checkliste für den MGB kombiniert den einheitlichen Prüfkatalog mit den modellspezifischen Punkten dieser Baureihe. Spezifisch für den MGB gilt:

  1. Ohne Hebebühne oder Grube keine Kaufentscheidung – Schweller, Castle Sections, Bodenbleche und Federaufnahmen sind tragend und nur von unten beurteilbar.
  2. Frischer Unterbodenschutz und neue Aussenschweller ohne Beleg der Innenarbeit sind Warnsignale, keine Verkaufsargumente.
  3. Öldruckanzeige bei der Probefahrt beobachten und den Overdrive in beiden Gängen testen.
  4. Beim Roadster Türspalte beim Aufbocken beobachten, beim GT Heckklappe und Heckscheibenrahmen auf Rost und Wassereintritt prüfen.
  5. Bei Gummipuffer-Autos klären, ob Fahrwerk und Stossstangen original, tiefergelegt oder auf Chrom umgebaut sind – und ob alles eingetragen ist.
  6. Historie, Heritage Certificate und bei Importen die Verzollungs- und Umbaudokumente gegen den Fahrzeugzustand abgleichen.

Ein MGB, der diese Punkte besteht, ist einer der dankbarsten Klassiker überhaupt: günstig im Unterhalt, von jeder Werkstatt reparierbar und mit einer Teileversorgung, um die ihn jeder andere Oldtimer-Besitzer beneidet.

Bereit für die Besichtigung?

Checkliste mitnehmen und die Inserate dieser Baureihe im Blick behalten.

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